Es begann mit Laura….

Im Herbst 2006 kam unsere damals 15 jährige Tochter auf uns zu und bekundete Interesse an AIKIDO… Bis dahin war keinem von uns in der Familie diese „Sportart“ begegnet, so begann Marion zu recherchieren. Sie machte sich über das Internet „schlau“, was AIKIDO ist, wo und wie man AIKIDO trainieren kann.

AIKIKAN Biberkor, denn dort wurde eben das 10 jährige gefeiert, wurde zu einem Probetraining angesteuert… Marion fuhr also Tochter Laura dort hin…

Laura hatte sofort Feuer gefangen. Das hieß - ab sofort - einmal die Woche rund um den See von Tutzing nach Biberkor fahren und dann - eineinhalb Stunden Zeit. Marion überlegte, wie sie ab sofort, immer einmal Wöchentlich, die anderthalb Stunden in Biberkor zubringen sollte, während Laura im Training war… im Auto sitzen, lesen…? Laura meinte, dass Sie doch einmal mit trainieren solle. Kurz: Am nächsten Donnerstag war Marion nicht draußen, sondern drinnen im DOJO.

Es wurde zu Hause fortan immer wieder vom Training und den Erfahrungen gesprochen. Japanische Begriffe am Frühstückstisch und leuchtende Augen immer schon morgens an den Tagen, an denen abends ein Training anstand. So machte das natürlich auch mich neugierig. AIKIDO - was geht da eigentlich ab? Ich begann mich nun auch mehr und mehr damit auseinanderzusetzen und erhielt unterschiedlichste „Meldungen“ aus meinem persönlichen Umfeld. Die einen sprachen von Kampfsport. Die anderen taten es als etwas „religiöses“ ab… Klare Aussage erhielt ich keine. Ich stellte bei meinen Damen höchste Begeisterung fest, Laura machte alles nur noch mit „KI“ ??? … Sie empfahlen mir dringend einmal mit ins DOJO zu kommen.

Ich erinnere mich, dass ich am darauffolgenden Donnerstag im Dojo als „Neuer“ aufs herzlichste von den Anwesenden begrüßt wurde. Ja, ich empfand vom Anfang an sehr viel Wärme die mir entgegengebracht wurde. Der AIKIAN Biberkor - ganz offenbar nicht eine „Vereinsmeier“-Truppe a’ la „TSV-Haudraufundschluss“. Man begegnet sich mit herzlichem Respekt und es gibt angenehme, klare Regeln.

Mit Jahresbeginn, so erfuhren wir, sollte ein Anfänger-Kurs starten, der über 10 Trainings gehen soll…. Es war unserem Familienrat sofort klar, dass wir vollzählig dabei sind. Denn dann - so waren wir uns jedenfalls sicher - kennen wir einige Grundregeln und können dann sehen, ob wir bei AIKIDO bleiben werden, wie AIKIDO auf uns wirkt.

Der Kurs kam. Er war hart für mich. Denn als Bike-, Berg- und vor allem Board-Sportler (Surfen, Wake- u. Snowboard, Skateboard) ist es mir immer bisher sehr leicht gefallen mit einem Sport klar zu kommen. Ich hab mir das Thema/Sportgerät vorgeknöpft und nach sehr kurzer Zeit war ich weitgehend fit damit. Nicht so bei AIKIDO. No way! Ich hatte am Anfang echt das Gefühl, dass ich für das ganze einfach viel zu Doof bin… Aber es hatte einfach einen besonderen Reiz, den ich noch nicht so transparent auf Anhieb sah, aber diesen aber bereits von Anfang an spüren konnte.

Meine Frau, Marion, war sich ab meinem ersten Training an sicher, dass AIKIDO genau richtig für mich ist, da es einmal eine wirklicher Herausforderung an mich stellt, nicht so ein Sport, bei dem von Anfang an alles so einfach klappt. Nicht etwas was man mit einfach mit Muskelkraft beherrscht…

Ich war mir auch klar: Den Anfängerkurs zieh ich durch und dann… dann schau ma’ mal…

Meine 2. Tochter Nathalie, bat mich, gegen Ende der 10 Trainings, als „alten Skater“ sie zum Kauf ihres ersten eigenen Skateboards zu begleiten – Ehrensache! Wir beide wählten im Geschäft, sorgfältig die Komponenten aus und montierten alles. Nachdem das Skateboard fertig war, wurde es natürlich sofort direkt vor der Haustür ausprobiert – auch von Papa…

Der übersah ein paar Steinchen und machte einen „Abflug“ nach vorne. Nach dem Sturz sprach mich Nathalie an, dass sie total begeistert war über die coole Rolle, die ich auf dem Teer gedreht hatte… Äh, ich??

Ich untersuchte mich und meine Kleidung und stellte fest, dass entgegen der üblichen Schürfwunden, zerrissenen Jeans alles ok war. Und dann war mir klar, dass ich – völlig unbewusst – aus den Trainings der letzten Wochen eine perfekte Rolle vorwärts über den Teer gedreht, mich offenbar deshalb nicht verletzt hatte.

Das nächste Geschäft das Nathalie mit mir aufsuchte, gleich danach, war das in dem ich meinen AIKIDO-Anzug kaufte. Denn mir wurde durch diesen Sturz klar – AIKIDO wirkt - viel tiefer als ich es bisher angenommen hatte - nun will ich das noch viel besser kennen lernen…

Zwischenzeitlich sind einige Trainings vergangen. Und mit jedem Training hat sich etwas verändert, jedes Mal habe ich eine kleine Erfahrung mit nach Hause genommen…

Ein Beispiel: Ich bin schon immer durch mein Geschäft im ständigen Umgang mit Menschen tätig. Ich hatte noch nie ein Problem damit gehabt, in eine Situation „hineinzugehen“. Ich denke, dass ich im Umgang mit Menschen ganz gute „Antennen“ besitze…

AIKIDO hat mir gezeigt, dass ich - ganz unbewusst - begonnen habe mich etwas von den Menschen zurückzuziehen. Denn AIKIDO braucht die Bereitschaft vorbehaltlos auch auf Fremde zuzugehen, anzufassen, zu spüren. Ich konnte dadurch lernen Berührung zulassen, dem Gegenüber etwas „mitzubringen“ Eigentlich eine Hürde, die ich mir selbst aufgebaut hatte und ohne AIKIDO nie erkannt hätte.

Unser DOJO: www.aikikan-biberkor.de

Wikipedia zu Morihei Ueshiba

Wikipedia zu Watanabe Sensei

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